|
Es ist schonmal falsch, daß es keine Versicherung gäbe, die langfristigen Krankenversicherungsschutz auch bei dauerndem Auslandsaufenthalt bieten würde. Im Zweifel wird das jede beliebige Versicherungsgesellschaft übernehmen. Da muß man allerdings tatsächlich mal ein individuelles Vertragsangebot anfordern, weil es passende Angebote im Standardrepertoire möglicherweise tatsächlich nicht geben wird. Das mag dann auch durchaus deutlich teurer sein, als es eine Versicherung für die hiesigen Verhältnisse wäre. Nicht überall sind die Behandlungskosten derart staatlich reglementiert wie gerade in Deutschland.
Günstiger, auch unter dem Gesichtspunkt der Abrechnungspraxis und der Handhabung des ganzen Problems, wird in vielen Fällen eine Versicherung im Aufenthaltsland sein, schon deswegen, weil deren Verträge ja wohl bereits von vornherein an die dortigen Gepflogenheiten angepasst sein werden.
Außerdem, zum konkreten Fall, sollte man nicht erwarten, daß eine Versicherung so offenkundig betrügerische Praktiken finanzieren wird, wie sie hier geschildert wurden. Wenn es stimmt, daß die Lohnkosten, und damit vermutlich ja auch andere Kosten, sich in etwa auf nur 1/10 oder 1/20 des Niveaus in Deutschland/Europa bewegen, dann kann irgendwas nicht stimmen bei der Krankenhausrechnung. Entweder hat sich der Verunglückte bzw. dessen Angehörige vom Krankenhaus übers Ohr hauen lassen oder der (angeblich?) Verunglückte versucht seine Versicherung zu betrügen. Jedenfalls passen dann die Beträge in keiner Weise zu der geschilderten Situation und es ist schlichtweg nicht einzusehen, daß andere Versicherte solche Gaunereien dann auch noch mit ihren Beitragszahlungen honorieren sollten. Da fragt man sich dann schon, warum die Versicherung überhaupt etwas zahlt.
|