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Ich bin ein Sklave der modernen Technologie

Geschrieben von Lujan   
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Technostress, so nennt man die nervöse Anspannung, die durch neue Technologien erzeugt wird. Eigentlich ging man davon aus, dass die neuen Technologien uns mehr Freiräume verschaffen würden, doch das Gegenteil ist der Fall, wir sind die Sklaven der „Gadgets“, der neusten Erfindungen. Jedes Jahr am Jahresanfang verspreche ich mir selbst, dass ich den Stress herunterfahren will, dass ich ruhiger leben will, dass mir nicht mehr soviele Verpflichtungen aufhalse usw., aber bis heute hab ich das noch nicht geschafft, spätestens im Februar sind alle guten Vorsätze verschwunden. Ich lebe wieder technogestresst.Aber was ist das eigentlich?
Hast du dein Handy ständig angeschaltet auf dem Nachttischschrank liegen und nimmst du es überall mit hin, wie ich? Wenn ja, dann leidest du unter Technostress. Wenn du dann noch am Wochenende die E-Mails in deinem Büro abfrägst, dann bist du schon ganz schön weit fortgeschritten. Wenn du mit dem Handy ständig am Ohr, wie ein Ausserirdischer durch die Gegend läufst, kannst du dich dem Stress der neusten Erfindungen nicht mehr entziehen. Aber es gibt noch mehr Anzeichen. Wenn du im Urlaub bist und musst unbedingt die Mails in deinem Büro abfragen, dann bist der Prototyp des Technogestressten, wenn du nicht die 15% Trinkgeld für die Bedienung in einem Restaurant ohne die Hilfe deines Palm Pilot rauskriegst, oder wenn während du am Joggen bist, du die Mails über dein I-Pod annimmst, oder auch wenn du erst beim Landeanflug dein Handy ausschaltest und sofort nach dem Öffnen der Tür wieder anschaltest, dann ist dir nicht mehr zu helfen. Technostress pur.
Über Jahre war ich glücklich ohne Handy, Bieper, Fax, Internet und was weiss ich sonst noch. Wenn mich jemand erreichen wollte musste er bei mir im Büro oder zu Hause anrufen, ansonsten gabs da noch die gute alte Post (obwohl der Zumwinkel schon in den 80-gern dort gewirbelt hatte). Punktum wenn ich nicht antwortete war jedem klar ich will meine Ruhe haben. Aber die Technologie hat mich langsam angesteckt bis ich am Schluss ganz verseucht war.
Alles begann ganz einfach, da wollte ich nur mal jemanden so aus Spass eine E-mail aus einem Internetcafe schicken, mal sehen wie das so ist, aber wie schon die Militärs sagen mit Kolateralschäden muss gerechnet werden. Dann kam das erste Handy auf den Markt, war ich dann auch mit dabei. Was mich daran am meisten auffregt ist, dass ich meine Nummer schon öfters gewechselt habe und es trotzdem immer wieder einige Typen schaffen mich zu kontaktieren, obwohl ich mit denen gar nix zu tun haben will.
Mein E-Mail ist ein riesiger Friedhof, zu hunderten töte ich täglich Werbung, Anfragen, Angebote ohne die meisten jemals gelesen zu haben und trotz Spam kommen immer wieder einige durch, die mir meine Zeit stehlen.
Ich habe mehr Falten, mehr graue Haare, sogar grössere Ohren wenn ich das Handy aus der Hand lege. Ich habe zwei Telefone mit drei Linien für jedes, ein Fax, drei Computer, zwei Anrufbeantworter, drei E-Mailadressen, drei Webseiten, hunderte von Passwörtern für jeglichen Sch..... Ich bin lokalisierbar 1440 Minuten am Tag, 356 Tage im Jahr, ich werde mehr durch das Internet bombardiert als Bin Laden in Afghanistan. Mein Leben hat sich verschlimmert seit ich mich mit den kleinen Apparätchen eingedeckt habe. Ja, ich habe Kontakt mit der ganzen Welt, aber meine Privatsphäre und die Zeit für mich selbst habe ich aufgegeben.
Ich geb ja zu, ich würd ja all die kleinen Maschinchen gern kurz und klein schlagen und so leben wie Robinson Crusoe, doch leider hab ich kein Zeit dafür, muss ja auf dem PC den Artikel schnell schreiben.
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Letzte Aktualisierung ( Samstag, 17. Juli 2010 )
 
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